Die Sphynx...

...eine faszinierende und bezaubernde Rassekatze.

Als ich 1989 das erste Mal eine Sphynx auf einem Foto sah, war ich sofort fasziniert von dieser Rasse. Ich wusste, dass ich eines Tages so eine Katze besitzen würde, nur war es zu damaliger Zeit sehr schwer, an Info-Material dieser Rasse heranzukommen. Trotz intensivem Suchen konnte ich keine Züchter ausfindig machen. Die Jahre vergingen und in der Zwischenzeit hatte ich auch einige Artikel in diversen Katzenzeitungen gefunden, die sehr interessant für mich waren, konnte ich doch mehr über diese seltene Rasse erfahren.

Durch Zufall bekam ich von einer Freundin die Adresse eines Sphynx-Züchters, den ich natürlich sofort kontaktierte. Er konnte mir mehr über die Sphynx erzählen als ich schon gelesen hatte und war noch mehr begeistert. Dieser Züchter vermittelte mir ein 10 Monate altes Sphynx-Mädchen in seiner Nähe. Also fuhr ich dorthin, um es abzuholen. Als ich vor der Tür stand, war ich sehr nervös und aufgeregt, war ich doch meinem langgehegten Wunsch so nahe. Ich sah diese seltene Katze und war sofort in sie verliebt.

Zuhause hat sie sich sehr schnell eingelebt und ist der absolute Liebling. Ich hatte schon einige verschiedene Katzenrassen besessen, aber so ein liebes, zauberhaftes und anhängliches Wesen noch nie. Vom Verhalten her eine ganz "normale Katze", nur eben mit viel mehr Charme. Die Sphynx ist Äffchen, Hund, Kind und Katze zugleich. Nicht zu vergessen, keine Haare, die herumfliegen.

Powie - Photo by Joe Hoelzl

Ich bin ein großer Katzenliebhaber, war aber immer etwas allergisch gegen die Haare. Nun habe ich eine vollwertige Katze, jedoch ohne dieses Problem. Wenn man sich in eine Sphynx verliebt ist man ihr total verfallen, jeden Tag aufs Neue und sie macht süchtig, mehrere dieser Rasse zu besitzen. Ich selbst habe nun schon drei erwachsene Sphynxe die mittlerweile ihre ersten Babys bekommen haben von denen ich bestimmt eines behalten werde.

Die Sphynx ist schon eine sehr alte Rasse, die schon die Azteken rudelweise besessen haben sollen. Sie wurden nicht, wie irrtümlich von verschiedenen Menschen angenommen wird, auf Haarlosigkeit gezüchtet, sondern sind durch Mutationen entstanden, also auf natürlichem Wege.

Der Biologe J.R. Renger schrieb schon 1830 über diese Rasse in "Naturgeschichte der paraguayischen Säugetiere". 1903 befindet sich in "The Book of the Cats" eine Beschreibung von zwei haarlosen Katzen, die F.J. Shinick von neu-mexikanischen Indianern kaufte. Auch da schon wird die Sphynx in den höchsten Tönen gelobt. Es gibt ein Foto um 1900, auf dem ein Sphynx-Pärchen (Mexican-Hairless) abgebildet ist.

Mrs. S.Smith fand 1978 in ihrer Nachbarschaft in Toronto zwei haarlose Kätzchen, die später als Q.Punkie und Q.Paloma bekannt wurden. Diese zwei haarlosen Kätzchen wurden nach Holland zu Dr. Hernandez gegeben, er versuchte, Sphynxe zu züchten. Da er keinen haarlosen Kater hatte, verpaarte Dr. Hernandez seine haarlose Katze aus Toronto mit einem Devon-Rex-Kater. Viele heutige Sphynxe stammen aus dieser Verpaarung ab. Ebenfalls viel in der Sphynx-Zucht geleistet hat G. Gattenby vom Jen-Jude-Zwinger.

Zur heutigen Zeit sollte man jedoch keine Devon-Rex mehr einkreuzen, da die Nachkommen dann nicht mehr reinrassig sind und auch andere Probleme auftreten können. Eine Katze mit einem Teil Rexblut in der Ahnentafel ist keine besonders wertvolle Zuchtkatze. In der Zwischenzeit ist die Basis von Sphynxen relativ groß, so dass man nur reinrassige Tiere miteinander verpaaren sollte. In den USA, wo es mehr Züchter gibt, wird dies schon seit Jahren praktiziert und die Sphynxe sollen, über Generationen reinrassig gezüchtet, noch schöner und typvoller sein.

Die Sphynx ist nicht ganz haarlos, wie man auf den ersten Blick denkt. Sie hat einen ganz feinen Flaum, wie ein Pfirsich, den man fast nicht fühlen oder sehen kann. Die Haut ist weich, zart und warm wie eine Wärmflasche. Um nicht zu frieren, frisst die Sphynx etwas mehr an hochwertigem Futter und schafft sich dadurch wieder einen Ausgleich. Sie sollte öfters gebadet werden, da sie durch die Haarlosigkeit Talgabsonderungen hat, die man abwaschen muss. Die Sphynx lässt sich das Baden gerne gefallen und schmust anschließend gerne mit ihrem Menschen.

Diese Rasse ist sehr intelligent und hat einen umwerfenden Charme. Es gibt nichts, das man ihr abschlagen könnte. Man kann sie überall hin mitnehmen, ohne dass sie es verübelt - im Gegenteil, die Sphynx hat Spaß daran, ihren Menschen zu begleiten. Auch kommt sie bestens mit anderen Haustieren aus und umgarnt auch diese mit ihrem Charme. Sie ist niemals bösartig, jedoch sehr lebhaft und sie liebt ihren Menschen abgöttisch und hängt sehr an ihm. Deshalb ist sie auch keine Katze für jedermann, sie braucht Menschen, die sich viel Zeit nehmen können, um sich mit der Sphynx zu beschäftigen. Sphynxe schmusen mehr und intensiver als andere Katzenarten. Sie sucht und braucht den Kontakt zum Menschen.

Bei der Geburt haben diese Katzen auch keine Probleme und ziehen ihre Babys bestens und mit viel Liebe auf. Die Kitten öffnen schon mit vier Tagen die Augen und sind in allem etwas weiter als andere Rassen. Da ich relativ viel Besuch bekomme, sind natürlich auch Leute dabei, die der Sphynx mit Vorurteilen und Abneigung entgegentreten. Bis jetzt hat aber jeder seine Meinung innerhalb Minuten revidiert. Meine Sphynxe haben ALLE um den Finger gewickelt.